Erfahrungsbericht zum Saal-Digital-Fotobuch

By | Freitag, September 11, 2015 Leave a Comment

Erfahrungsbericht zum Saal-Digital-Fotobuch & Vorstellung meines neuen Bildbandes

Wie bereits angekündigt, kommt hier nun mein Erfahrungsbericht zum Saal-Digital Fotobuch. Aber zunächst einmal: Wie es dazu gekommen ist...




Im Juli hat Saal-Digital über Facebook verkündet, dass alle, die das Fotobuch von besagtem Hersteller noch nicht kennen, es “gratis unter die Lupe nehmen” können. Lediglich eine kleine Bewerbung war nötig; mit dem Inhalt was man damit gestalten möchte. Ich entschloss mich, mich mit meinem laufenden Projekt “Cinematic Street-Art” zu bewerben. Ein Bildband sollte sowieso zum Ende des Jahres folgen… 

Wobei hier “gratis unter die Lupe nehmen” auch relativ ist. Es gab leider nicht wie erwartet einen Gratis-Code sondern lediglich einen Code über 40,00 €. Aber gut, solche Art von Fotobüchern, egal von welchem Hersteller werden sehr schnell sehr “teuer” sobald eine gewisse Anzahl an Seiten und Bildern zusammen kommt. In meinem Fall bei ca. 70 (später 74) Seiten und der Geschenkbox kommt man auf ca. 78€. Demnach machte der Gutschein-Code dann in etwa 50% vom Preis aus… Besser als nichts ist das auf alle Fälle; aber nicht das was angepriesen wurde!

Die Gestaltung mit der Software ist weitestgehend selbst erklärend. Einige kleine wichtige Funktionen sind leider nicht sofort ersichtlich (Raster ein-/ausschalten, Bilder auf einer Seite oder anhand der Doppelseite positionieren) und bedarf erstmal eines genaueren Blickes. Eine kleine Einarbeitungszeit sollte man sich dennoch nehmen.


Ansonsten ist die Oberfläche recht aufgeräumt und ist übersichtlicher als manch andere Software die ich schon benutzt hatte. Ein riesen Pluspunkt ist, dass man die Projekte die man anlegt als solche exportieren kann, als Backup irgendwo abspeichern oder brennen und wenn eine erneute Anfertigung gewünscht ist, dieses Projekt einfach wieder Importieren und bestellen. Das bietet leider nicht jeder Fotobuchanbieter - was sehr schade ist!
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Eine gute Software nützt natürlich nichts wenn die Qualität am Ende nicht stimmt.
Wie schon erwähnt, habe ich das Buch mit einer Geschenkbox bestellt. Folgende Optionen hatte ich für das Buch gewählt:

Hardcover Fotobuch auf echtem Fotopapier belichtet
29x19cm - A4 quer
Cover/Umschlag - matt
Cover-Wattierung - keine
Innenseiten Oberfläche - matt
Geschenkverpackung - anthrazit

Geliefert wurde in einem Faltumschlag aus Pappe. Darin befand sich die Geschenkbox in Papier eingeschlagen und in einer Styropor-Tüte und dann darin das Buch. An der Verpackung kann man so nichts weiter aussetzten. 



Die Verarbeitung der Geschenkbox ist an sich robust und sehr stabil. Sie ist in 2 unterschiedlichen Farben erhältlich: anthrazit und weiß. Leider kann man hier nichts auf den Rücken oder den Deckel drucken lassen. Hier könnte man zukünftig noch nachbessern und wenigstens eine Beschriftung ermöglichen. 


Der größte Kritikpunkt der Geschenkbox ist leider die Polsterung in der das Buch eingelassen ist. Sie ist sehr empfindlich und beim gröberen Anpacken, was leider notwendig wurde um die Polsterung komplett heraus zu holen, hinterlässt man schon einige Spuren.


Nötig wurde dies, weil die Polsterung nicht richtig verklebt war. In diesem Fall war der Kleber sehr dürftig aufgetragen und hat nicht richtig gehalten. Die Polsterung hat sich stellenweise gelöst.






Ich habe dieses, obwohl die Box stolze 20,00 € Aufpreis zum Buch kostet, nicht gemeldet und kurzerhand dies mit Pattex selbst geklebt. Auch der Magnet für den Magnetverschluss war relativ “billig” eingeklebt. Da habe ich dann auch selbst nachgebessert. Fand ich jetzt nicht so dramatisch, sollte aber zu so einem Preis auch eher nicht vorkommen! 
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Schlimmer hingegen fand ich wie das Cover des Fotobuches aussah. Es wird zwar davor gewarnt das matte Cover für dunkle Motive ungeeignet sind:
“Das Besondere am matten Cover ist die sogenannte "SoftTouch" Oberfläche. Durch diese besondere Laminierung erhält Ihr Einband einen weichen sowie samtigen Charakter. Bei häufigem Aufschlagen des Fotobuchs, wird sich eine weiße Knickfalte bilden. Dies ist eine typisch charakteristische Eigenschaft des matten Covers.

Trotzdem habe ich einen schwarzen Hintergrund gewählt mit weißer Schrift darauf. Aus meiner Erfahrung heraus sollte dies eigentlich kein Problem darstellen. Jedenfalls hat das “neue” Buch an den Kanten umliegend - ich nenne es mal - Abschürfungen als ob es irgendwo darüber geschleift wurde. Davon abgesehen fand ich das Cover sehr empfindlich gegenüber Fingerabdrücken, welche sich auch nicht ganz so einfach wegwischen lassen. Die Verarbeitung des matten Covers kenne ich von anderen Herstellern allerdings wesentlich besser!







Ich habe das Buch dann reklamiert. Eine solche Qualität zu einem Preis von über 70€ (inkl. Box) ist einfach inakzeptabel. 
Die Reklamation hat ca. 1 Werktag gedauert - ich bekam einen erneuten Gutschein für das Buch welches dann quasi gratis war. Ich habe die Chance genutzt und es nochmal leicht überarbeitet und designtechnische Fehler ausgemerzt. Auch auf Anraten des Supports hab ich das Buchcover in Glanz bestellt. Was zwar den weißen Knickfalten vorbeugt (Knickfalten gibt es trotzdem) aber nicht die Abschürfungen auf dem Cover entschuldigt.
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Die allgemeine Verarbeitung des Buches ist sonst ziemlich gut. Layflat Bindung. Bis jetzt auch ordentlich verklebt. Die Druckqualität ist ansich auch sehr gut und detailreich. Scheinbar gibt es aber eine Diskrepanz zwischen der Ausrichtung und Positionierung der Bilder in der Software und dem finalen Zuschnitt der Seiten.




Obwohl das Bild bis zum Rand aufgezogen und dann mittig ausgerichtet wurde hat es die Schnittlinien nicht überschritten. Dennoch ist das Bild nicht so platziert wie in der Software vorgearbeitet. Es wirkt oben abgeschnitten oder falsch positioniert.
Der Schnittbereich bzw. der Beschnitt von Bildern war schon immer ein “Problem” bei Saal. Diese Erfahrung habe ich schon mit einigen Einzelbildern gemacht, die ich dort habe drucken lassen. Das ist schade… Man sollte doch meinen, dass man hier mit Präzision arbeiten kann und am Ende das auch 1:1 heraus kommt was man eingestellt hat.

Das Papier könnte für meinen Geschmack noch etwas matter sein. Es hat eine gewisse Stärke und lässt dadurch an Wertigkeit vermuten. Zum Thema Papier vermisse ich auch einige Fine-Art Optionen wie z.B. alternative Papiere auf die gedruckt werden könnte. Das wäre für die Zukunft vielleicht wünschenswert.

Resümee:
Zusammengefasst kann ich sagen, dass das Buch und die Geschenkbox durch die Haptik und Bildqualität des Drucks gefällt und überzeugt. Einige Mängel sind in der Verarbeitung des Covers und der Polsterung der Box zu finden. Außerdem bilden sich schnell Knickfalten beim Aufschlagen. Dabei ist es egal ob es ein mattes oder glänzendes Cover ist. Auch das können andere Hersteller besser wie ich festgestellt habe. 

Unterm Strich ist es aber dennoch ein gutes Produkt für leicht überteuertes Geld. Das ist aber in Fotobuchbranche so üblich. Preisunterschiede gibt es hierbei relativ wenige. Alles in allem für den Privatgebrauch oder als Portfolio zu gebrauchen und absolut in Ordnung. Aber wer es professionell haben will und ggf. Bücher in einer gewissen Auflage verkaufen möchte, braucht das letzte bisschen Mehr an Qualität und Auswahl an Materialien. Dessen Weg führt also nur über eine Druckerei bzw. über einem Verlag.
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Vorstellung meines neuen Bildbandes

Zum Abschluss zeige ich hier nun einige Bilder von meinem neuen Bildband. Da die Geschenkverpackung bei Saal nicht bedruckbar ist habe ich sie zusätzlich etwas mit Vinyl-Folie gepimpt und einen Titel auf den Rücken sowie auf der Front aufgeklebt:














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