Meine erste Hochzeitsreportage

By | Donnerstag, Januar 22, 2015 Leave a Comment

Hochzeitsfotografie ist Anlass-bezogene Fotografie. Dem Anlass (Hochzeit) entsprechend kann die Hochzeitsfotografie Elemente der Porträtfotografie, der Reportagefotografie oder der Glamour-Fotografie enthalten. Generell hat Hochzeitsfotografie die Aufgabe, das Ereignis als angenehme Erinnerung zu fixieren.                                                                                                 web-definition per Wikipedia

Die Hochzeitsfotografie gilt gemeinhin als die Königsdisziplin der anspruchsvollen Fotografie. Zumindest sehe ich das so. Keine andere Disziplin ist so breit gefächert an Fotografie-Themen wie diese. Bei fast keiner anderen ist man hier auf professionelles Werkzeug (Kamera + Objektiven) angewiesen wie hier. Man muss auch ein großes Repertoire an Können aufweisen: Reportage, People, Porträt, Glamour, Gruppen, Architektur, Still-Life, Street-Fotografie (zumindest im Vorahnen von Situationen), blitzen, ohne Blitz...usw.


Mein Einstieg in die Hochzeitsfotografie – oder: Was tue ich hier eigentlich?
Es war nicht das Professionellste was ich gemacht habe; aber sicher das Lehrreichste... 

Da stand ich nun, als man mich im Dezember fragte ob ich, da ich Fotograf bin, an der Hochzeit der Schwester meiner Freundin ein paar Bilder machen kann. 
Nix aufwendiges, nur so, vom Ringe anstecken und Küssen und auch gar nichts nachbearbeiten... 

Kommt gar nicht in Frage, dann kann auch gleich die Oma mit der Kompakt-Knipse, die Bilder machen! 

Also gut, ich mach‘s, aber dann so wie ich will mit bissel Bearbeitung und das Fotobuch mach ich auch!
Ok!



So, wie geht eigentlich Hochzeitsfotografie?

Ich wusste in etwa was es mit der Hochzeitsfotografie auf sich hat und wie in etwa fotografiert wird. Ich habe mich dann innerhalb der kurzen Zeit die mir zur Verfügung stand (1 1/2 Wochen) auf meinen ersten "Wedding-Job" vorbereitet, soweit das in der kurzen Zeit möglich ist. 
Um es mal vorweg zu nehmen, es kommt doch immer anders, egal wie gut man vorbereitet ist aber dazu später mehr.... 

Das erste Problem trat dann schon umgehend vor der eigentlichen Hochzeit auf. Es ist Gang und Gäbe, dass man eine Hochzeitsreportage macht und das beteiligte Brautpaar von morgens bis abends begleitet. Ich hatte mich allerdings nur als Gast für die Hochzeit gerichtet und einen 1/2 Tag Urlaub genommen. Da ich nur nebenberuflich Fotograf bin, war es schwierig dies so kurz vor Jahresende nochmal zu ändern. 

Die Frage lautete dann: Wie bekomme ich vom ganzen Tag Aufnahmen ohne anwesend zu sein bzw. erst ab mittags Bilder machen zu können. Die Antwort war genau so genial wie einfach: Die Schwester - meine Freundin - macht die Bilder da sie eh bei allem dabei sein wird. Also, in noch kürzerer Zeit aber dafür umso intensiver, die Freundin gedrillt und Motiv-Liste geschrieben und gesagt was alles zu fotografieren ist... Fotografiert hat sie dann mit meiner MicroFourThird (mFT) von Panasonic - Lumix GX7. 
Man kann sagen, ich war am Hochzeitstag anfänglich mehr Regisseur statt Fotograf und hab per WhatsApp immer wieder Anweisungen und Tipps zum fotografieren gegeben.

Ich hatte im Vorfeld immer wieder Tipps gelesen was man alles planen soll, Vorgespräch, mit beteiligten Personen sprechen und was man sich alles vorher anschauen soll (Standesamt, Kirche, Partylocation). Hab ich alles verstanden, für sinnvoll befunden und hinterher am eigenen Leib erfahren warum das alles so wichtig ist. Da aber alles so kurzfristig war und an mich heran getragen wurde und mehr oder weniger auch eine Familienveranstaltung war, statt einem richtigen Job, ging das alles nicht. Hätte ein potentieller Kunde diese Anfrage gestellt, hätte ich sicherlich dankend abgelehnt! Aber so ginge auch das nicht, ich war ja eh da... 

Dementsprechend war mir auch mulmig zumute als ich mich dann um die Mittagszeit auf den Weg machte. Inzwischen war das meiste des "Getting Ready" (Friseur, Braut anziehen, Bräutigam anziehen, schminken usw.) gelaufen.


Stress, stressiger, Hochzeit! 

Kaum angekommen ging es direkt auch schon los - Vollgas! Ich hatte gerade noch Zeit mein Zeug aus dem Kofferraum zu holen. Erst Bräutigam abholen, dann Meet & Greet mit der Hochzeitsgesellschaft. Anschließend Autofahrt zum Standesamt.

Ein dunkleres, engeres & verwinkelteres Zimmer hätte es nicht sein können. Das war es bereits... Also, ISO hoch, Weitwinkel mit mäßiger Lichtstärke drauf (was anderes war nicht vorhanden) = grenzwertige Belichtungszeiten. Hier passieren nun die wichtigsten Dinge, der Stress-Level steigt noch mal um einiges an! Aber auch das bringe ich irgendwie heil über die Bühne. 

Anschließend geht es weiter zur Partylocation. Hier noch einige Bilder & Gruppenfotos mit der Familie gemacht. Die Räumlichkeiten waren hier auch nicht viel besser als im Standesamt. Egal, also weiter... Kuchen, anschneiden des selbigen, Geschenke für die Gesellschaft und des Paares, zwischendrin Essen, im Dunkeln Leuchtluftballons steigen lassen - FEIERABEND!
Vorerst! 

Aber für diesen Tag konnte ich dann erstmal die Kamera wegstecken. Der Rest des Abends war frei!

Alles in allem sind es ca. 1600 Bilder geworden. In den anschließenden Flitterwochen wurden dann auch nochmal von einer Profi-Fotografin einige Paar-Bilder im Schnee gemacht.


Das Fotobuch 

Nach mehrmaligem durchschauen und aussortieren sind rund 200 Bilder übrig geblieben. Ich habe dann anschließend einige Meinungen und Tests zu Fotobüchern gelesen. Mein Favorit an erster Stelle war eigentlich Blurb. Der Druck ist ok und die Papierauswahl klasse. Da es aber mit der hauseigenen Software Probleme gab und es bei jedem Bild das ich layouten wollte Hänger und Wartezeit gab, hab ich mich um entscheiden und das Buch über CEWE gemacht. Laut aktuellen Buchtests ist das sogar der Anbieter mit dem besten Druckergebnis. Allerdings gibt es hier keine Auswahl an Papiersorten.


Hier seht ihr nun einige Seiten aus diesem Fotobuch:
























Abschließende Worte:

Würde ich das Ganze noch mal tun? In diesem Umfang und unter diesen Umständen bestimmt nicht! Mit mehr Vorlaufzeit, Vorgesprächen und Vorbereitungen und einer vom Ablauf her geplanten Hochzeit würde ich es evtl. in Betracht ziehen und mich ggf. in diesem Sektor auch richtig weiterbilden. Allerdings wären bis dahin auch einige Neuanschaffungen im Kamerabereich nötig. Ich denke mal von der Bildqualität war das schon grenzwertig. Zum Glück ist das aber im Fotobuch nicht so auffällig da die Bilder ja hier schon stark verkleinert sind. 

Sollte sich hieraus aber eine lohnende Einnahmequelle ergeben wäre dies sicher eine gute Investition.

Einerseits war es Stressig aber andererseits hat es auch Spass gemacht. Am Ende bin ich erleichtert das ich das alles irgendwie hinbekommen habe und die Bilder im Buch am Ende doch richtig gut rüberkommen.

Auch das Brautpaar war am Ende von dem Fotobuch richtig begeistert. Das hat dann am Ende nochmal alles abgerundet. Und wenn der "Kunde" zufrieden ist alles andere eigentlich auch egal...

Was mir bleibt? Eine nicht zu unterschätzende Erfahrung, Erinnerungen & diese Geschichte!
Und das ist sogar fast genau so cool wie geile Bilder - Die Geschichten dahinter...


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